Du hast gerade DAS BILD DER BILDER für deine Webseite gefunden, klickst auf “Download”, fügst es auf deiner Seite ein und denkst dir: „Easy, fertig!“ Ein paar Wochen später flattert eine teure Abmahnung von einem Anwalt in dein E-Mail-Postfach. Du wärst da nicht der Erste - und wahrscheinlich auch nicht der Letzte ;-) dem das passiert.
Aber keine Panik — hier kommt meine verständliche, humorvoll verpackte Urheberrechts-Checkliste für alle Unternehmer*innen, die lieber kreativ arbeiten als mit Anwälten verhandeln.
Graue Theorie? Sicher nicht.
Die "Highlights" (im negativen Sinn) die ich persönlich erlebt habe:
EUR 500,-
für die verwendung von einem Strandfoto ohne Menschen mit Sonnenschirm für einen Facebook-Post "wir machen Urlaub"
EUR 8.000,- und ein garantierter Folgeauftrag
Bezahlt von einer Touristik-Vereinigung für die verwendung von einem Foto für eine Hotelwerbung außerhalb des Tourismus-Angebotes.
EUR 500,-
für die verwendung von einem Foto für einen Blogbeitrag.
Urheberrecht verstehen – kurz, knackig, wichtig
Bilder, Musik, Videos oder Podcasts: alles sind urheberrechtlich geschützte Werke. Das bedeutet, derjenige, der sie geschaffen hat, hat automatisch bestimmte Rechte daran – und du darfst das Material nur nutzen, wenn du die Erlaubnis hast. Einfach kopieren und nutzen? Fehlanzeige!
Urheberrechte kannst du dir vorstellen wie eine geheime Eintrittskarte zur Medien-Party. Ohne Ticket darfst du nicht rein – und ohne Lizenz darfst du Bilder & Co. nicht verwenden.
Lizenz oder Erlaubnis einholen - auf jeden Fall!
Bevor du Bilder, Musik oder Videos nutzt, checkst du am besten:
- Woher stammt der Inhalt?
- Wer ist der Rechteinhaber?
- Welche Nutzung ist erlaubt? (Website, Social Media, Werbung?)
Wenn du dir nicht 100 % sicher bist, hol dir eine Lizenz oder schriftliche Erlaubnis. Sonst kann es später teuer werden.
TIPP:
Stock-Bildagenturen wie Shutterstock, Adobe Stock oder Pixabay erklären meist direkt, was du mit dem jeweiligen Material tun darfst – aber schau genau hin. Nicht jede Lizenz erlaubt alles. Willst du rechtlich wirklich sauber sein, dann besorge dir über mich eine Lizenz eines Bildes von Deposit Photos. Ich habe dort eine Volumenslizenz und darf sie dann für eure Projekte verwenden.
Vorsicht bei Bildern aus dem Web
Ein Bild einfach so "aus dem Internet" zu nehmen und zu verwenden ist wie bei einer Party zu stehen und heimlich ein Bierchen mitzunehmen — sieht erstmal harmlos aus, ist es aber nicht. Ohne Lizenz kann das ganz schnell zu einer Urheberrechtsverletzung führen und damit zur Abmahnung.
Namen nennen – ja oder nein?
Bei manchen Bildern reicht es nicht, einfach den Urheber zu nennen. Die Pflicht zur Nennung hängt von der Lizenz ab. Manche verlangen sie, andere nicht. Manche verlangen sie nur, wenn du das Material nutzt. Also: Lizenz lesen und verstehen.
Audio & Video – Doppeltes Risiko
Musik und Videos sind oft noch strenger geregelt als Fotos. Schon kurze Ausschnitte aus Songs oder Clips können urheberrechtlich geschützt sein. Einfach ein cooles Musikstück unter deinen Werbeclip packen, nur weil du es „passend“ findest? Auch hier gilt: Lizenz oder Erlaubnis einholen.
Und noch ein Stolperstein: Nicht jedes „Einbetten“ ist rechtlich unbedenklich. Ein YouTube-Video einbetten kann okay sein – aber wenn du Inhalte herunterlädst und neu veröffentlichst, kann das schon wieder ein Problem sein.
TIPP
Für Audio-Files kann ich euch AudioHub ans Herz legen: Tolle Suchfunktionen, Probehören und einfaches Lizenzieren sowie klare Vertragssituationen. audiohub.de
Einmal gekauft = alles erlaubt? Leider nein.
Wenn du z.B. Bildmaterial für ein Prospekt erwirbst, kaufst du in der Regel nicht das Werk, sondern ein Nutzungsrecht. Und dieses Nutzungsrecht ist fast immer zweckgebunden.
Heißt konkret:
Wenn in der Lizenz steht „Nutzung für Print / Prospekt“, dann gilt das auch nur dafür – und nicht automatisch für:
- Website
- Social Media
- Newsletter
- Online-Ads
- Präsentationen
- YouTube, Reels, Podcasts usw.
Alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist rechtlich zuerst einmal nicht erlaubt.
Typische Stolperfallen aus der Praxis
Sehr beliebt (bei Anwälten)
- Prospekt ✔️ – Website ✖️
- Flyer ✔️ – Social Media ✖️
- Print ✔️ – Online-Werbung ✖️
- Ein Jahr Nutzung ✔️ – danach vergessen ✖️
Gerade zeitlich begrenzte Lizenzen oder medienbezogene Lizenzen werden oft übersehen – bis die Abmahnung kommt.
Was du stattdessen tun solltest
Bevor du ein Motiv „weiterverwertest“, prüfe immer:
- Welche Medien sind erlaubt? (Print, Online, Social, Video …)
- Wie lange darfst du es nutzen?
- In welchem Umfang? (regional, national, weltweit)
- Für welche Zwecke? (redaktionell, werblich)
Wenn du das Material breiter einsetzen willst: Lizenz erweitern oder nachlizenzieren.
Das ist fast immer günstiger als eine spätere Abmahnung.
TIPP
Auch hier kann ich euch die oben genannten Agenturen Deposit Photos oder Audio Hub empfehlen. Die Lizenzbedingungen sind dort klar - genau deshalb beziehe ich Medien gene dort.
KI-Material nutzen? Auch nicht ohne Nachdenken
KI-Tools können super sein, um Bilder, Texte oder Videos zu generieren. Klingt einfach? Ja — aber auch hier ist Vorsicht geboten:
- Manche KI-Generationen stehen rechtlich im Graubereich,
- und wenn dein generiertes Bild zufällig einem echten Werk ähnelt, kann das Ärger geben.
Also nicht einfach blind alles verwenden, was der Algorithmus spuckt. Z.B. könnte es eine schlechte Idee sein, sich von einer KI eine ähnliche Figur wie Donald Duck generieren zu lassen. Disneys Anwälte hätten da eventuell keine Freude mit euch...
Wenn’s doch irgendwann Alarm gibt: richtig reagieren
Falls du trotzdem eine Abmahnung bekommst — keine Panik, aber schnell handeln. Eine Abmahnung ist erst einmal ein Hinweis, dass jemand meint, du hättest Rechte verletzt. Viele Abmahnungen kommen mit einer Unterlassungserklärung, die du nicht einfach so unterschreiben solltest. Gutes Recht verstehen oder im Zweifel juristischen Rat einholen, bevor du unterschreibst.
Auch wichtig: Manche Abmahnungen sind gar nicht berechtigt. Das Gesetz will seit einiger Zeit Abmahnmissbrauch begrenzen, aber leider funktioniert das nicht immer perfekt.
Mein praktischer Survival-Guide
Damit du abmahnsicher unterwegs bist:
- Nutze Materialien mit klarer Lizenz („Royalty Free“ heißt nicht automatisch „für alles frei nutzbar“).
- Als Unternehmer IMMER auf eine Bestätigung für kommerzielle Nutzbarkeit achten!
- Lizenzierte Medien nicht ohne nachdenken für´s nächste Projekt nutzen!
- Frage lieber einmal zu viel nach der Erlaubnis als einmal zu wenig.
- Spare nicht an den falschen Ecken: Gute Stock-Materialien kosten Geld, eine Abmahnung viel mehr.
- Schreib dir ins Marketing-Manual klare Regeln zur Mediennutzung.
- Weise deine Mitarbeiter*innen ganz gut in diese Regeln ein. Hier passieren aus meiner Erfahrung die meisten Fehler - aus fehlendem Bewusstsein für das Thema.
Rechtliche Grauzonen machen niemandem Spaß – aber mit ein bisschen Know-how und gesunder Vorsicht bist du als Unternehmer*in auf der sicheren Seite. Und das Beste: Du kannst dich wieder auf das konzentrieren, was du wirklich willst: kreative Projekte, Kunden begeistern und erfolgreicher werden.
Übrigens
Ich habe über 2 Jahrzehnte Erfahrung in Werbung und Marketing für KMU und Handwerksbetriebe. Ich habe Ahnung, was wirkt und wie es funktioniert. Außerdem kann ich dir Tools empfehlen, mit denen du deine Marketing-Aufgaben mit vernünftigem Aufwand auch in deinem Arbeitsalltag unterbringen kannst.

