EU AI Act

Müssen Sie jetzt jeden KI-Inhalt kennzeichnen?

Inhalt des Beitrags 

Seit dem 2. August ist der EU AI Act in aller Munde – und in noch mehr LinkedIn-Postings. Dort liest man gerade alles zwischen "Ab sofort muss jedes ChatGPT-Komma markiert werden" und "Wer ein KI-Bild postet, zahlt sich dumm und dämlich". Beides stimmt so nicht. Zeit für etwas Ordnung im Aufregungs-Karussell.

Die gute Nachricht vorweg: Für die meisten Unternehmen und Selbstständigen ändert sich im Alltag deutlich weniger, als die Schlagzeilen vermuten lassen.

Müssen Sie jetzt jeden KI-Text kennzeichnen?

Kurze Antwort: in der Regel nein.

Nutzen Sie KI als Unterstützung beim Schreiben, lesen den Text anschließend noch einmal durch, überarbeiten ihn und veröffentlichen ihn unter Ihrem Namen, müssen Sie ihn in der Regel nicht als KI-generiert kennzeichnen. Die Verantwortung für den Inhalt liegt weiterhin bei Ihnen – genauso wie bei jedem anderen Text, den Sie veröffentlichen.

Wann sollten Sie genauer hinschauen?

Der AI Act wird dann konkret, wenn KI-Inhalte Menschen täuschen könnten oder wenn nicht klar ist, dass gerade eine Maschine und kein Mensch mit ihnen spricht. Konkret betrifft das zum Beispiel:

  • realistisch wirkende KI-Bilder oder -Videos, die man für echte Aufnahmen halten könnte
  • Chatbots oder Sprachassistenten – hier muss erkennbar sein, dass eine KI antwortet und nicht Kollege Klaus
  • bestimmte automatisiert veröffentlichte Inhalte, für die eigene Transparenzregeln gelten

Für ganz normale Marketingtexte, Blogartikel oder Social-Media-Beiträge, die Sie selbst erstellen und freigeben, ergeben sich daraus in der Regel keine zusätzlichen Pflichten.

Was bedeutet das für Ihren Arbeitsalltag?

Wenn Sie KI sinnvoll als Werkzeug nutzen, Inhalte prüfen und nichts ungefiltert rauslassen, sind Sie schon auf einem guten Weg. Ein bisschen Hausordnung schadet trotzdem nicht:

  • Welche KI-Tools werden im Unternehmen genutzt?
  • Welche Daten dürfen dort überhaupt eingegeben werden?
  • Wer schaut vor der Veröffentlichung noch einmal drüber?
  • Wann ist eine Kennzeichnung sinnvoll oder sogar Pflicht?

Vier Fragen, ein Nachmittag Kaffee, fertig ist die Grundlage für den verantwortungsvollen KI-Einsatz.

Und was ist mit den ganzen Millionen-Strafen?

Die medienwirksamen Zahlen sorgen verständlicherweise für Aufsehen. Richten tun sich viele dieser Regelungen aber vor allem an Anbieter von KI-Systemen selbst oder an besonders schwerwiegende Verstöße. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen geht es zunächst darum, KI verantwortungsvoll einzusetzen und die neuen Spielregeln zu kennen – nicht darum, ab sofort jeden Chatbot aus dem Büro zu verbannen.

Meine Zusammenfassung

Der EU AI Act verbietet weder ChatGPT noch Claude noch sonst ein KI-Werkzeug. Er sorgt für einen rechtlichen Rahmen, damit der Umgang mit Künstlicher Intelligenz transparent und nachvollziehbar bleibt.

Wenn Sie KI als Unterstützung nutzen, Ergebnisse kritisch prüfen und die Verantwortung für Ihre Inhalte übernehmen, müssen Sie nicht bei jedem Post nervös werden. Informieren Sie sich über die wichtigsten Vorgaben, setzen Sie KI mit Augenmaß ein.

Anstand, Respekt und Hausverstand bringen Sie meistens sicher ans Ziel.


Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Bei konkreten rechtlichen Fragestellungen sollten Sie eine entsprechend qualifizierte Beratung einer Anwaltskanzlei in Anspruch nehmen.

Michael Schnedl

Michael Schnedl

Ich unterstütze seit über 20 Jahren Unternehmen dabei, sichtbar und erfolgreich zu werden. Mein Fokus liegt dabei darauf, eure Produkte so zu vermarkten, dass ihr sie nicht über den Preis verkaufen müsst.

Als Techniker mit viel Marketingerfahrung spreche ich eure Sprache, denke aber wie eure Kunden.

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ja, ich weiss - du bist natürlich kein Roboter, aber ohne Captcha wird mein Postfach leider zugemüllt...

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