Bildagentur & KI = Kreativ ?

Wem gehört die Kreativität, wenn Maschinen mit menschlicher Inspiration verdienen?

Inhalt des Beitrags 

heute möchte ich dich zu einem Thema informieren, das mir seit längerem beschäftigt: Bildagenturen und deren Aktivitäten in Richtung künstlicher Intelligenz.

Stell dir vor, du bist Fotografin oder Illustratorin. Du hast über Jahre hinweg deine Bildsprache entwickelt, Licht studiert, Komposition geübt, viele Stunden in Shootings, Retusche und kreative Ideen gesteckt. Plötzlich siehst du: Eine Bildagentur, bei der du deine Werke anbietest, verkauft jetzt KI-generierte Bilder. Und die sehen verdächtig vertraut aus.
Das ist kein Zukunfts-Szenario, das passiert gerade. Die meisten großen Bildplattformen generieren bereits Bilder mit KI-Systemen, die auf ihren riesigen Datenbanken trainiert wurden – also auch auf Bildern, die von tausenden Kreativen stammen. Und genau da wird’s jetzt spannend – moralisch, rechtlich und wirtschaftlich.

Die moralisch - rechtliche Frage: Wem gehört die Kreativität?

KIs „lernen“ ja nicht wie Menschen. Sie „sehen“ Milliarden von Bildern, erkennen Muster und spucken dann neue Werke aus, die irgendwo zwischen Nachahmung und Innovation schweben. Wenn die KI aber mit den Werken echter Fotograf*innen trainiert wurde – ohne Zustimmung, ohne Bezahlung, ohne Erwähnung – ist das fair?

Viele sagen: klarer Fall von geistigem Diebstahl. Andere entgegnen: Das ist einfach technologische Evolution, so wie damals bei der Einführung der Digitalkamera. Aber der Unterschied ist: Die KI braucht dich nur einmal, um dich dann für immer zu ersetzen.

Das ist der wunde Punkt:

Bedenklich ist nicht, dass eine KI Bilder generiert, sondern dass diese Bilder auf der Arbeit kreativer Menschen basiert, die dabei leer ausgehen.

Die wirtschaftliche Seite: Wer verdient an wem?

Für uns Agenturen ist das Ganze natürlich ein Traum. Keine Honorare mehr, keine Modelverträge, keine Locations. Einfach Prompt eintippen, und zack – das nächste Titelbild für den Online-Shop ist fertig. Schnell, billig, skalierbar.

Aber langfristig? Wenn alle dieselben KI-Bilder nutzen, verliert echte Fotografie ihren individuellen Wert. Der Markt wird überschwemmt mit "generierter Perfektion". Und Menschen merken irgendwann: „Moment mal, da fehlt was – dieses gewisse Etwas, das echte Menschen fühlen, wenn sie etwas erschaffen.“

Ich habe unlängst bei einer Veranstaltung mit Branchenkolleg*innen über dieses Thema diskutiert. Alle waren sich einig, dass sie KI-generierte Inhalte (vor allem Bilder) sofort erkennen. Klar - die haben ein geschultes Auge und sehen viel mehr von diesen Bildern. Irgendwann aber wird auch der letzte Konsument die "beliebige Perfektion" auf den ersten Blick erkennen.

Die Ironie an der Geschichte:

Genau dieses menschliche Element, das Authentische, könnte am Ende wieder zur wertvollsten „Währung“ werden.

Einzigartigkeit?

Wie soll das eigentlich funktionieren? Eure Produkte sollen einzigartig präsentiert werden! Kann das klappen, wenn wir beliebigen Inhalt verwenden? Eher nicht.
Bildagenturen an sich liefern ja schon Bilder, die nicht auf dein Unternehmen oder dein Produkt zugeschnitten sind. Jetzt verwässern wir das Ergebnis mit noch mehr Mittelmaß über die KI. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das nicht so prickelnd wird.
Dann geben wir zu dem mittelmäßigen Bild noch mittelmäßigen KI-generierten Text - und fertig ist der Folder, der ein Produkt, in das ihr viel Arbeit gesteckt habt, drittklassig präsentiert.

Übrigens: Was denkst du? Ist das Titelbild ein Foto oder ein KI-generiertes Bild?

Bei Alu-met habe ich den Unterschied intensiv erlebt. Ein erfahrener, kreativer Fotograf (Frigesch Lampelmayer - https://www.fotowerk.cc/) hat sich intensiv mit dem Kunden und dem Produkt auseinandergesetzt. Wir haben gemeinsam Ideen "gesponnen" und einzigartige Bilder und Videos geschaffen. Klar hat das Geld gekostet, aber das Ergebnis macht eben den Unterschied.
www.alu-met.com

Zwischen Rebellion und Kooperation

Viele Kreative reagieren mit Frust, manche mit Rückzug. Andere wiederum nutzen die Tools selbst – als Erweiterung ihres kreativen Werkzeugkastens. Denn, Hand aufs Herz: KI ist nicht nur Bedrohung, sie ist auch eine Chance. Wenn du sie bewusst einsetzt, kannst du Dinge erschaffen, die früher undenkbar waren.

Der Schlüssel ist Transparenz

Wenn Bildagenturen offen sagen würden: „Ja, unsere KI wurde mit den Bildern unserer Partner trainiert – und die bekommen dafür einen Anteil“, dann sähe die Sache plötzlich ganz anders aus. Dann wäre KI nicht Diebstahl, sondern eine Art evolutionäre Kooperation.

Schlussgedanke: Stil bleibt unbezahlbar

Am Ende steht eine einfache Wahrheit: Technologie kann viel, aber sie kann keine Seele kopieren. Der Blick, das Gefühl für den richtigen Moment, der Stil, den ein Kreativer in ein Bild verpackt – das bleibt einzigartig.

Egal, wie gut die Algorithmen werden – echte Kreativität bleibt menschlich. Und das wird irgendwann wieder der größte Wert überhaupt sein.

Hinweis in eigener Sache

Ich hatte jahrelang ein Adobe Stock-Abo – bis heute Vormittag. Die Kündigung (aus obenstehenden Gründen) kostet 149,- € Kündigungsgebühr. Steht natürlich im Kleingedruckten (das ja jeder liest, wenn er ein Bild-Abo abschließt 😉). Als Bonus durfte ich danach noch eine Stunde lang meine 978 gekauften Bilder einzeln herunterladen – denn nach Abo-Ende sind sie weg. So jetzt aber genug Werbung für so erstklassigen Umgang mit Kunden.


Michael Schnedl

Michael Schnedl

Ich unterstütze seit über 20 Jahren Unternehmen dabei, sichtbar und erfolgreich zu werden. Mein Fokus liegt dabei darauf, eure Produkte so zu vermarkten, dass ihr sie nicht über den Preis verkaufen müsst.

Als Techniker mit viel Marketingerfahrung spreche ich eure Sprache, denke aber wie eure Kunden.

Bei mir gibt's Strategie, Design und Umsetzung aus einer Hand.

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